Tipps und Tricks

Naturefood möchte mit den  "Tipps und Tricks"  Aquarianerinnen und Aquarianer bei ihrem Hobby unterstützen. Wir veröffentlichen auf dieser Seite spezielles aquaristisches Wissen.

 


Tipp 01: Plötzlicher Sauerstoffmangel

Eines Tages, meist morgens, stehen die Fische an der Wasseroberfläche oder im Filterstrom und atmen schwer. Das heißt, dass der Sauerstoffgehalt im Aquarienwasser zu niedrig ist.


Im unseren Aquarien ist das Wasser in der Regel nur zu ca. 80% mit Sauerstoff gesättigt. Das ist für unsere Pfleglinge zwar nicht optimal, stellt aber für gesunde Fische kein größeres Problem dar. Doch wenn der Sauerstoffgehalt nur um weitere wenige Prozentpunkte sinkt leiden die Fische unter Atemnot.

Zunächst sollte überprüft werden ob ein Gerät ausgefallen ist. Für Sauerstoffzufuhr sorgt in erster Linie die Filtration, indem sie das Wasser bewegt, oder die Strömungspumpe. Auch wenn der Luftsprudler funktioniert kann deshalb Sauerstoffmangel eintreten.

Die häufigste Ursache für zeit weisen Sauerstoffmangel ist jedoch ein stark verunreinigter Filter, dessen Anschlussleitungen, oder eine mit Pflanzenmaterial zugesetzte Strömungspumpe. In beiden Fällen wird das Wasser nicht genügend bewegt und somit nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff angereichert.

Reinigen sie also den Filter und dessen Schlauchleitungen und wenn vorhanden die Strömungspumpe.  Meist ist das Problem innerhalb von ein bis zwei Stunden behoben.


Tipp 02: Ansaugen des Aquarienwassers mittels Schlauch muss nicht sein

Der nächste Wasserwechsel steht an. Sie halten den Schlauch ins Wasser, ziehen am Schlauchende und schon haben sie einen kräftigen Schluck genommen. Ist der Schlauch länger, wird das Ansaugen zum Kraftakt. 
Das muss nicht sein.

Sie benötigen lediglich ein gebogenes Rohr, zwei Schlauchstücke und einen Absperrhahn, alles möglichst in der Größe 16/22 mm. Der Absperrhahn wird mittels Schlauchstück 2 an das lange Ende des Rohres befestigt. Schlauchstück 1 wird am kurzen Ende befestigt. Je nach Länge dieses  Schlauchstückes können sie die Wassermenge, die abgesaugt werden soll, regulieren (z.B. 1/3 oder 1/2 des Aquariumwassers ). Sie können zusätzlich einen Ansaugkorb verwenden, damit kein Fisch abgesaugt wird. Bei geöffneten Hahn tauchen sie nun das Rohrende mit Schlauchstück 2 ins Wasser ein. Die Luft entweicht und das Rohr füllt sich mit Wasser. Schließen sie den Hahn und hängen sie nun wieder das Rohrende 1 ins Becken. Sobald sie den Hahn nun öffnen, entsteht ein Sog und das Wasser läuft ab. Achtung: vor dem Öffnen des Hahns den gewohnten Ablaufschlauch an die Ansaughilfe anschließen, sonst läuft das Wasser natürlich auf den Boden. 
Achten sie bei der ersten Anwendung auf Dichtigkeit der Ansaughilfe. Sie können nun bequem den Hahn öffnen und schließen, während sie den Wassereimer wegbringen.


Tipp 03: Praktische Höhlen für Welse und Schmerlen

Welse und Schmerlen fühlen sich im Aquarium nur wirklich wohl, wenn sie sich in ein geschlossenes Versteck, am Besten in eine kleine Höhle zurückziehen können. Schöne und zweckmäßige Höhlen beziehen Sie aus dem Zoofachhandel, können sie aber auch selbst basteln.


Verwenden sie dazu zum Beispiel die Schale der Kokosnuss.  Aus einer  Nuss können sie bis zu zwei Höhlen herstellen. Teilen sie die Kokosnuss mittig und entnehmen sie das Fruchtfleisch. Das Fruchtfleisch lässt sich gut und sauber entfernen, indem sie die erste innere dünne Schicht der Kokosnussschale mit einem Teelöffel oder anderen Gegenstand komplett mit dem darauf sitzenden Fleisch abtrennen.  Anschließend die Schale unter fließenden Wasser säubern. Vergessen sie nicht einen kleinen Eingang in Form eines Halbkreises in den Rand der Halbschale zu schneiden. Für diese Arbeiten eignet sich hervorragend eine kleine Stichsäge und ein Dosenbohrer.

Wenn die sonstigen Hälterungsbedingungen stimmen, können sie sich bei vielen Arten nun sogar auf Nachwuchs freuen.


Tipp 04: Tiergesundheitsdienste

Tierärzte, die sich auf die Krankheiten unserer Zierfische spezialisiert haben, sind selten. Wenden Sie sich zunächst an Ihren Zoofachhändler. Sie können sich aber  auch direkt an die zuständigen Tiergesundheitsdienste und Untersuchungsämter wenden.


Tipp 05: Aquarienwasser praktisch nutzen

Aquarienwasser muss nicht in den Abfluss. 
Nutzen sie doch ihr Aquarienwasser zum Bewässern ihres Gartens oder des Blumenbeetes. Durch die erhöhten Nitrat- und Phosphatwerte ist Aquarienwasser ein hervorragender Dünger. Allerdings darf wegen etwaigen Überdüngens nur im Garten unverdünnt gegossen werden.

Für ca. 10,-€ erhalten sie im Baumarkt eine kleine Wasserpumpe die an eine Bohrmaschine angeschlossen wird. Die Pumpe fördert je nach Modell ca. 1300 l/h mit einer Förderhöhe bis zu 15 m und Ansaughöhe von 3 m. An diese Pumpe können sie einen handelsüblichen Gartenschlauch oder ihren Aquarienschlauch 12/16 anschließen.

Führen sie mit Hilfe der Pumpe einen schnelleren Wasserwechsel durch oder wässern sie bequem Ihren Garten. Bitte beachten sie vor Inbetriebnahme die Gebrauchsanweisung des Gerätes. Verwenden sie einen Ansaugkorb, damit kein Aquariumbewohner abgesaugt wird.


Tipp 06: Einfaches positionieren des Luftausströmers

Sie wollen ihr Aquarium ohne großen Aufwand kurz- oder langfristig zusätzlich mit Luft anreichern? Die Probleme die dabei entstehen können, kennen sie. Der Stein treibt auf. Er muss umständlich unter dem Kies oder Steinaufbauten verlegt werden oder mit Saugnäpfen, die natürlich gerade nicht zur Hand sind an der Aquarienscheibe befestigt werden. Das muss nicht sein.


Nehmen sie einige (Filter)-Tonröhrchen, fädeln sie diese auf Ihren Luftschlauch auf und befestigen sie dann den Ausströmer am Schlauch. Der Schlauch samt Stein kann nun senkrecht ohne großen Aufwand in das Aquarium (z. B. hinter einer Pflanze) eingehängt werden.


Tipp 07: Frostfutter unbedingt auftauen

In Fachbüchern ist häufig zu lesen, dass nicht aufgetautes Frostfutter den Fischen nicht schaden könne. Darüber streiten sich allerdings die Fachleute. Auf jeden Fall wird das Aquarienwasser durch nicht fachgerecht aufgetautes Frostfutter mit großen Mengen Nitrat und vor allem Phosphat angereichert. Es schadet den Tieren somit zumindest indirekt. Zu hohe Phosphatkonzentrationen belasten die Fische, schädigen die Pflanzen durch Überdüngung und fördern das Algenwachstum.


Also gilt: Frostfutter unbedingt auftauen. Geben sie dazu den gefrorenen Würfel in ein Gefäß mit warmem (dann geht's schneller)  Wasser. Je mehr Wasser das Gefäß enthält, desto besser, denn es werden mehr Phosphorverbindungen an das Wasser abgegeben. Nach dem Auftauen das Frostfutter unbedingt absieben und das belastete Wasser wegschütten.


Tipp 08:  Fische fachgerecht ins Aquarium einsetzen

Mit Beginn der Kühlen Jahreszeit besetzen viele AquarianerInnen ihre Becken mit neuen Fischen. Achten sie bitte darauf, dass sie die neu erworbenen Tiere fachgerecht ins eigene Aquarium einsetzen. Bei längeren Transportzeiten reicht es nicht, wenn der Transportbeutel mit den Fischen nur auf die Wasseroberfläche gelegt wird.

Bei langen Transportzeiten verändert sich der PH-Wert im Transportwasser. Beim Atmungsvorgang verbraucht der Fisch Sauerstoff und produziert CO2.
CO2 (Kohlendyoxid) ist als Säurebildner hauptverantwortlich für den PH-Wert. Bei Transportzeiten von zwei Stunden und mehr ist der PH-Wert im Transportbeutel somit deutlich niedriger als im Aquarium. Deshalb muss der PH-Wert und nicht nur die Wassertemperatur angeglichen werden.  Stellen sie den Transportbeutel in einen Eimer und öffnen sie ihn. Füllen sie Wasser aus dem Aquarium in den Transportbeutel. Sind die Fische nur bis zu 2 Stunden unterwegs, füllen sie in kleinen Mengen dieselbe Menge Wasser ein, die der Transportbeutel enthält. Sind die Fische länger unterwegs, füllen sie in Abständen von 10 Minuten jeweils kleine Mengen Wasser dem Beutelinhalt zu. Nach 45 Minuten werden die Fische dann ohne Transportwasser in das Aquarium eingebracht.

Tipp 09: Fütterung - beste Beobachtungszeit

Fütterungszeit ist Beobachtungszeit. Sie haben jetzt nicht nur die Gelegenheit auch versteckt lebende Tiere zu beobachten. Sie sehen jetzt auch, ob alle Fische gesund sind und ob auch sonst alles stimmt.


Die Fütterung gibt ihnen Auskunft über den Gesundheitszustand der Fische. Wenn ein Fisch nicht mehr frisst, ist das Krankheitsstadium bereits fortgeschritten. Wenn er fressen möchte, aber das Futter wieder ausspuckt, gibt das zum Beispiel Auskunft über die Art der Erkrankung (z. B. Kiemenparasiten!). Wenn alle Fische kaum mehr fressen besteht entweder eine hochgradige Epidemie oder die Tiere sind bereits stark überfüttert.

Diese Beobachtungen sind immer Alarmsignale. Dann können sie aufgrund weiterer Symptome das Krankheitsbild feststellen und eventuell unter Hinzuziehung des Zoofachhändlers auch diagnostizieren und behandeln.

Auf jeden Fall sollten sie schauen, dass sie nicht mehr füttern, als in maximal einer Minute aufgefressen wird. Lesen sie dazu auch unser Kapitel Ernährung.


Tipp 10: Kahmhaut von der Wasseroberfläche entfernen

Manchmal bildet sich auf der Wasseroberfläche unserer Aquarien ein weißlich, trüber Überzug, die Kahmhaut. Die Kahmhaut besteht aus eiweißhaltiger Substanz und Bakterien. Sie ist nicht schädlich, doch aber unschön anzuschauen. Es gibt ein einfaches Mittel sie zu entfernen.


Legen Sie einfach ein Blatt von Ihrer Küchenrolle auf die Wasseroberfläche. Das Tuch saugt sich mit Wasser voll und nimmt dabei die Kahmhaut auf. Wenn jetzt das Papier von der Wasseroberfläche vorsichtig entfernt wird, ist ein großer Teil der Haut verschwunden. Je nach Größe des Aquariums wiederholen Sie den Vorgang mit einem neuen Tuch bis die Kahmhaut komplett entfernt ist.


Tipp 11: Biologisches entfernen von Nitrat und Phosphat

An verschiedener Stelle beschreiben wir die in der Aquaristik durch zu starke Nitrat- und Phosphatansammlung entstehenden Probleme.


Unterstützend zu einem kräftig wachsenden Wasserpflanzenbestand können Sie zusätzlich Luftwurzler, wie Arten der Gattung Monstera oder die Efeutute (Scindaprus) über dem Aquarium einpflanzen. Die Luftwurzeln verbreiten sich schnell im Aquarium und wirken auch sehr dekorativ. Die Pflanzen entziehen bei der Wasseraufnahme Nitrate und Phosphate aus dem Aquarienwasser. Besonders bei stark besetzten und/oder nicht bepflanzten Aquarien, wie z.B. Malawi- oder Tanganjikabecken, empfiehlt sich das sehr.

Es können ebenfalls Hydrokulturen eingebaut werden.


Tipp 12: Gießen mit Aquarienwasser spart den Pflanzendünger

Aquarienwasser enthält aufgrund der Fischausscheidungen die zur Düngung unserer Zimmerpflanzen erforderlichen organischen Substanzen. Wenn Sie Ihre Zimmerpflanzen mit Aquarienwasser gießen, sparen Sie sich den Pflanzendünger.


Unsere Zimmerpflanzen brauchen in der Wachstumsphase vor allem organische Stickstoffverbindungen um prächtig zu gedeihen. Davon haben wir im Aquarium meist zu viel. Also Wasserwechsel. Im Leitungswasser, dem Gießwasser für die Pflanzen, jedoch zu wenig.

Allerdings dürfen Zimmerpflanzen nicht immer und mit jedem Aquarienwasser gegossen werden. Gießen sie mit Aquarienwasser nur von Frühjahr bis Frühherbst. Sobald die Tage kürzer werden, darf nicht oder nur noch sehr wenig gedüngt werden. Bei Wasser aus stark besetzten Becken, z.B. Malawibecken, besteht auch im Frühjahr/Sommer die Gefahr der Überdüngung. Die Lösung ist das "Verdünnen" des Beckenwassers mit Leitungswasser.


Tipp 13: Was tun, wenn das Leitungswasser chloriert wurde

Chloriertes, für den menschlichen Gebrauch noch nutzbares Wasser aus der Leitung ist fischgiftig. Manche Städte und Gemeinden informieren vor der Zusetzung von Chlor.

Wenn zu dieser Zeit ein Teilwasserwechsel erforderlich wird, geben Sie das Frischwasser einfach in einen großen Behälter. Belüften Sie das Wasser mit einer Luftpumpe über einen Ausströmerstein. Das Chlor gast dabei aus. Nach 12 Stunden können Sie das Wasser bedenkenlos ins Aquarium umfüllen.

Einen dauerhaften Schutz gegen chloriertes Wasser, bietet jedoch nur ein Kohlevorfilter. Dabei ist wichtig, dass das Wasser bereits bevor es ins Becken gelangt, über die Kohle gefiltert wird. Falsch wäre es, die Kohle in den Filter ein zu setzen. Wenn die Reinigung erst im Wasserkreislauf des Aquariums erfolgt, nehmen die Fische bis die Kohle das Chlor gebunden hat, bereits Schaden.

Eine Vorfilterung des Aquarienwassers über Kohle ist generell zu empfehlen, da man nie so genau weis, was heute wieder aus der Leitung kommt.

Hilfe zum preisgünstigen Eigenbau eines Kohlefilters gibt's in Tipp 14.


Tipp 14: Der Kohlefilter - Tipps zum Eigenbau

Eine der häufigsten Krankheits- bzw. Todesursachen bei Aquarienfischen ist die Vergiftung durch Schadstoffe im Wasser (z.B. Kupfervergiftung oder Chlor- siehe Tipp 13). Meist sind wir völlig ratlos und fragen uns, wieso immer wieder Fische sterben. Es wurde doch alles richtig gemacht.

Insbesondere bei stark besetzten Aquarien sind hohe und häufige Wasserwechsel erforderlich (z.B. Buntbarschbecken - 1 mal wöchentlich 50%). Nach dem Wasserwechsel sind Aquarienfische stark aktiv und fühlen sich wohl. Ist das nicht so, und die Fische stehen nach dem Wasserwechsel unbeweglich und Flossen klemmend im Wasser, sie zucken und scheuern sich stark am Sand und den Steinen? Dann kam mal wieder schlechtes (und für Fische lebensbedrohliches) Wasser aus der Leitung.

Der Kohlefilter:
Das Wasser fließt aus der Leitung durch den Kohlefilter bereits gereinigt ins Aquarium. Es enthält keine fischgiftigen Schadstoffe, wie z.B. Pestizide und Schwermetalle, mehr. Der pH - Wert bleibt dabei unverändert. Dieser Effekt kann nur durch einen geeigneten Filterkörper erreicht werden. Das Leitungswasser muss eine bestimmte Wasserstrecke ( ca. 110cm) durchfließen, um schadstofffrei zu sein. Der Durchmesser sollte dabei 7cm betragen (ein größerer Durchmesser bringt nicht mehr, da das Wasser den kürzesten Weg nimmt und den Rand des Filterkörpers dann nicht durchfließt. Der Kohlewechsel erfolgt erst nach einer Durchflussmenge von ca. 35 - 40.000 Liter Wasser. Das gilt nur für hochaktive Steinkohle.Wenn Sie Holzaktivkkohle verwenden (fragen Sie dazu Ihren Zoofachhändler) halbiert sich die Standzeit. Das bedeutet bei einem 200 Liter Aquarium (vierzehntägiger Wasserwechsel 80 Liter) eine Standzeit von knapp 10 Jahren, bevor die Kohle erneuert werden muss!

Wird die Kohle in den Aquarienfilter eingebracht, werden diese Effekte nicht erzielt, denn: 
- das belastete Wasser kommt zunächst ins Becken und wirkt auf die Fische
- die Durchflusstrecke ist zu niedrig. Daran ändert auch der häufige Durchfluss des Filters nichts.
- Die teure Kohle muss ständig erneuert werden, da Huminstoffe und Fischurin im Becken schnell die Oberfläche belegen.

- Kohle im Aquarium entzieht auch den Pflanzen die Nährstoffe. Sie können bei Dauerfilterung über Kohle unmöglich gedeihen.

Zur Herstellung verwenden Sie ein 110cm langes PVC Rohr mit dem Durchmesser 7cm und verbinden dieses mit einem Anschlussstück und einem Schlauchstück mit dem Wasseranschluss. Das andere Ende verbinden Sie mit einem Anschlussstück an einen Schlauch, der ins Aquarium führt. Filterkörper und Verschraubungen müssen dem Wasserdruck Stand halten. Verwenden Sie die im Handel erhältlichen, so genannten PVC - Fittings. Sie werden mit Tangit verklebt. Sie können nun die Aktivkohle z.B. in kleine Filtersäckchen, besser in einen langen Seidenstrumpf einbringen und das Ganze in die Röhre schieben. Ohne Seidenstrumpf würde die Kohle vom Wasser einfach durch den Schlauch ins Becken gespült werden. Ein eingeklebtes Kunststoffsieb am Ausfluss erfüllt denselben Zweck. Sie können beim Wasserwechsel den Zufluss voll aufdrehen, der ganze Vorgang dauert also nicht länger als gewöhnlich. Der Kohlefilter kann mit speziellen Halterungen an der Wand, oder im Aquarienunterschrank angebracht werden.

An dieser Stelle sollen noch zwei Dinge erwähnt werden. Erstens müssen die Pflanzen nach dem Wasserwechsel über Kohle gedüngt werden. Zweitens sei noch gesagt, dass eine Umkehrosmoseanlage den selben Zweck erfüllt; Sie also keinen Kohlefilter zusätzlich benötigen. Allerdings wird das Wasser durch eine Umkehrosmoseanlage auch vollentsalzt; der pH - Wert ist dann neutral bei 7,0. So genanntes "Osmosewasser" sollte auch nur mit speziellem Wissen, für besondere Zwecke verwendet werden.

Die Anschaffung bzw. besonders der Eigenbau eines Kohlefilters lohnt sich immer. Sie sparen Medikamente und müssen durch Vergiftungen gestorbene Tiere nicht ersetzen. Außerdem war es schon immer der bessere Weg, Krankheiten zu vermeiden, als ihre Folgen zu bekämpfen.

Achtung: Wenn die Kohle gesättigt ist, gibt sie die Schadstoffe wieder ans Wasser ab. Vergessen Sie nicht die Kohle rechtzeitig zu wechseln. Da das erst nach 10 Jahren oder später sein kann, sollten Sie sich die Standzeit vorher ausrechnen und das Datum z.B. mit Klebezettel auf dem Filter anbringen.


Tipp 15: Fische füttern im Urlaub?

Die Urlaubsreise ist zu Ende. Wir machen uns schon gewisse Sorgen, wie das Aquarium aussehen wird, wenn wir heim kommen. Die Nachbarin hat gefüttert - Hmm. Zu Hause angekommen werden die schlimmsten Erwartungen noch übertroffen. Das Süsswasserbecken ist umgekippt. Völlig veralgt - auf dem Boden schwimmt 2cm dick Futter -  Fische tot. Zwei Welse haben überlebt. Die Nachbarin hat auch noch weitergefüttert als die meisten Fische schon tot waren.

Wie können wir solche traurigen Fälle im Urlaub verhindern?

Fische sind keine Menschen. Sie müssen nicht täglich Nahrung aufnehmen. Im Gegenteil, die meisten Arten sind von Natur aus, auf monatelange Fastenzeiten (z.B. Balz oder Trockenzeit) eingestellt. Aquarienfische werden fast immer zu stark gefüttert. Längere Fastenzeiten sind nicht zuletzt deshalb besonders wichtig. Nutzen Sie den Urlaub dazu!

In der ersten Woche sollten die Fische, wenn sie bei der Abfahrt in gutem Zustand waren, nicht gefüttert werden. In der zweiten und dritten Woche reicht zweimal füttern pro Woche völlig. Und jetzt kommt das wichtigste: Die Fische fressen nach einer Woche Fastenzeit nicht mehr, sondern immer weniger als bei regelmäßiger, täglicher Fütterung. Sie haben ihren Stoffwechsel auf Sparflamme umgestellt, leben von Fettreserven und haben schlicht keinen Hunger. Packen Sie deshalb dem Helfer oder der Helferin, sofern es sich nicht um wirklich informierte AquarianerInnen handelt, feste Futtermengen z.B. in Druckverschlußbeuteln ab und versehen Sie diese mit dem jeweiligen Fütterungsdatum. Portionieren Sie die Menge kleiner als bei Ihrer täglichen Fütterung. Schließen Sie alles andere Futter weg, denn Ihre Oma glaubt Ihnen nicht, was Sie hier lesen :-)).

Wenn der Urlaub länger dauert, sollte wieder jeden zweiten Tag gefüttert werden.  Die Gewissenhafte Vorbereitung der Futtermenge erfolgt ebenfalls im Portionsbeutel. Da die Fische jetzt wieder regelmäßig gefüttert werden und die Fettreserven verbraucht sind, steigt auch der Nahrungsbedarf. Die Portionen dürfen also etwas größer sein.

Wenn Sie die Fütterung dann wieder selbst übernehmen gilt dasselbe wie immer. Je häufiger füttern, desto besser. Jedoch darf eine bestimmte Tagesmenge nicht überschritten werden. Lesen Sie dazu die Kapitel Fütterungsempfehlung und Überfütterung.

Achtung: Geschwächte oder unterernährte Tiere müssen regelmäßig gefüttert werden. Bei einigen Artengruppen (z.B. viele Welse) sollte ebenfalls regelmäßig gefüttert werden. Fragen Sie dazu Ihren Zoofachhändler!


Tipp 16: Schadenminimierung bei undichtem Außenfilter

Wenn ein Außenfilter leckt, kann ein Aquarium innerhalb kurzer Zeit leer laufen. Und zwar bis zur Wasserstandshöhe des Ansaugrohres. Hatten Sie schon mal 100 oder 200 Liter Wasser auf dem Wohnzimmerboden? Nun ist es keine Lösung das Ansaugrohr möglichst hoch zu platzieren, denn wir wollen ja eine optimale Wasserbewegung im Becken.

Die Lösung: Bringen Sie ein paar Zentimeter unter der Wasseroberfläche eine kleine Bohrung am Ansaugrohr an. Sobald die ersten Liter ausgelaufen sind und der Wasserstand die Bohrung erreicht hat, zieht der Außenfilter Luft. Das restliche Wasser verbleibt im Aquarium.

Achten Sie jedoch darauf, dass die Bohrung tief genug sitzt, so dass der Wasserstand die Bohrung auch dann nicht erreicht, wenn Sie das verdunstende Wasser einige Zeit nicht nachfüllen.


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